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DIY: Kleinen Geldbeutel nähen – Geschenkidee für Minimalisten

Ein kleiner Geldbeutel ist einfach zu nähen und praktisch im Alltag. Ich zeige dir, wie du das minimalistische Portemonnaie selbst nähen kannst. Außerdem erfährst du, wie ich auf die Idee zum Geldbeutel mit Extrafach gekommen bin.

Zeig mir dein Portemonnaie und ich sag dir wer du bist. So ähnlich geht der Spruch doch, oder? Ich glaube, ein Portemonnaie sagt viel über seinen Besitzer aus. Damit meine ich nicht unbedingt den Wert des Geldes, der sich darin befindet, sondern vor allem das, was sonst noch drinnen ist. Hat es viele Fächer, die mit Karten aller Art fein säuberlich befüllt sind? Quillt es über vor Einkaufszetteln? Befinden sich viele Visitenkarten darin oder vielleicht Bilder von Freunden und Familie?

Welches Portemonnaie mitnehmen?

Bis vor zwei Jahren hatte ich ein tolles, selbstgenähtes Portemonnaie mit unzähligen Karten- und mehreren Reißverschlussfächern. Es war wunderschön, aber mit der Zeit habe ich gemerkt: Es ist zu unpraktisch für meinen Alltag. Einfach schnell in die Jackentasche stecken und ab zum Bäcker? Ist nicht!

Als Übergangslösung habe ich mir zunächst ein Mini-Reißverschlusstäschchen genäht. Darin habe ich immer etwas Kleingeld aufbewahrt, das ich zu einem spontanen Besuch beim Bäcker oder zum Laden um die Ecke mitnehmen konnte. Der Minigeldbeutel hat mir in seiner Schlichtheit so gut gefallen, dass ich ihn immer öfter mitgenommen habe, während das große Portemonnaie zuhause blieb. Einziges Manko: Wenn ich Personalausweis oder Bankkarte mitnehmen wollte, wurde es schnell schwierig, an die vielen kleinen Münzen zu kommen, wenn ich sie brauchte. Die Lösung war ein Extrafach auf der Vorderseite.

 

Kleiner Geldbeutel aus Kork

 

Geldbeutel mit Extrafach

So entstand mein “Geldbeutel mit Extrafach” und er begleitet mich jetzt schon seit etwa zwei Jahren. Mittlerweile habe ich auch über hundert davon auf Dawanda, Etsy und Händler verkauft. Total verrückt! Zur Feier meines ersten Blogeintrags habe ich beschlossen, die Anleitung für das Portemonnaie mit euch zu teilen. Ich würde mich riesig freuen, wenn ihr mir eure Ergebnisse zeigt, zum Beispiel auf Instagram unter dem Hashtag #nähwiesel. Und jetzt viel Spaß beim Nachmachen!

Anleitung für kleinen Geldbeutel

Für das Projekt brauchst du nicht viel Stoff. Den Geldbeutel kannst du also wunderbar aus kleinen Stoffresten nähen. Du benötigst einen Oberstoff aus Baumwolle, Korkstoff, einen leichten Baumwollstoff für das Futter, Bügelvlies (S320 oder H250), Endlosreißverschluss und zwei Zipper. Als Hilfsmittel empfehle ich dir einen Rollschneider mit Patchworklineal und Schneidematte sowie Stoffklammern. Deine Nähmaschine sollte außerdem einen Reißverschlussfuß haben.

Schneide alle deine Materialien gemäß den Maßangaben zu:

Bügle das Vlies auf den Oberstoff. Lass die Stoffstücke gut auskühlen und stecke dann die Stücke mit den Maßen 15 x 7,5 cm und 15 x 4,5 cm mit den beiden Korkstreifen zusammen. Steppe den Oberstoff knappkantig ab. Danach legst du den Reißverschluss mit der Raupe auf die Rechte Seite des Vorderteils (dieses sollte nun 15 x 8 cm messen). Ich schneide Endlosreißverschluss immer länger zu als das Nähstück selbst. So kommt mir der Zipper beim Nähen nicht in die Quere. Achte darauf, dass der Zipper auf der rechten Seite des Nähstücks herausschaut.

Aufgebügelte Einlage S320
So nähst du einen Geldbeutel aus Kork

Auf den Reißverschluss legst du dann den Futterstoff mit den Maßen 15 x 8 cm. Benutze Stoffklammern, um das “Sandwich” zu fixieren. Setze nun den Reißverschlussfuß in deine Nähmaschine und nähe die Lagen zusammen. Der Abstand zur Kante beträgt dabei etwa 0,5 cm. Klappe den Oberstoff anschließend nach unten. Nach dem gleichen Prinzip nähst du nun die beiden Stoffteile mit dem Maßen 15 x 4 cm an die andere Seite des Reißverschlusses an. Damit sich später der Zipper nicht im Futter verhakt, steppst du nun den Futterstoff an der Reißverschlusskante ab. Lege dazu den Futterstoff, den du absteppen willst, auf die rechte Seite, alle anderen Lagen auf die linke Seite.

Um den oberen Reißverschluss anzubringen, bauen wir ein neues “Sandwich”, insgesamt benötigst du nun drei Lagen: Du legst das eben vorbereitete Oberteil auf ein 15 x 11 cm großes Futterstück. Darauf kommt der Reißverschluss, die Raupe zeigt nach unten. Achte auch darauf, dass sich der Zipper wie beim Vorderteil rechts befindet. Zum Abschluss legst du ein zweites Futterstück auf das Vorderteil und steckst alles mit Klammern fest. Dann nähst du wieder mit einer Nahtzugabe von etwa 0,5 cm. Wie beim Vorderteil steppst du nun das Futter wieder knappkantig am Reißverschluss fest. Nähe nun noch das Rückteil und das Futter an die andere Seite des Reißverschlusses. Achte darauf, dass du Futter und Außenstoff auf den jeweils richtigen Seiten annähst. Steppe nun das Futter wieder knappkantig am Reißverschluss fest.

Öffne die Reißverschlüsse bis zur Hälfte. Dann steckst du alle Teile rechts auf rechts zusammen. Dafür legst du die beiden Futterteile auf die eine Seite vom Reißverschluss, die restlichen Teile auf die andere. Ich beginne beim Stecken immer am oberen Reißverschluss. Als nächstes kommt das Vorderteil. Dabei achte ich darauf, dass die Kanten zwischen Korkstoff und Baumwollstoff genau aufeinander treffen. Zum Schluss setzt du noch zwei Klammern am Futterstoff. Setze nun wieder den Standardnähfuß in deine Maschine ein. Dann nähst du mit einer Nahtzugabe von 0,7 cm einmal rundherum und lässt am Futter eine Wendeöffnung von etwa 6-7 cm. Anschließend schneidest du den überstehenden Reißverschluss bis zur Nahtzugabe ab und rundest auch die Ecken ab.

 

Jetzt ist dein Portemonnaie fast fertig! Wende es und forme alle Ecken schön aus. Anschließend kannst du die Öffnung mit einer knappkantigen Naht schließen. Stülpe das Futter nun ins Innenteil und forme nochmal alle Kanten – auch oben am Reißverschluss – aus.

Minimalistisches und maritimes Portemonnaie mit Reißverschluss selbstgenäht.

Welcher Portemonnaietyp bist du?

Zur Zeit nutze ich übrigens dieses graue Ankerportemonnaie. Es passen auch wirklich viele Karten rein: Im vorderen Fach habe ich Bankkarte, Personalausweis, Semesterticket, Bibliotheksausweis, Krankenkassenkarte und ein paar Visitenkarten. Den Stoff habe ich übrigens selbst beplottet. Wie ich das gemacht habe, zeige ich dir bald in einem anderen Blogpost!

Und jetzt verrate mir: Welcher Portemonnaietyp bist du? Minimalist? Kartensammler? Einkaufszettelmessi? Schreib’s mir in die Kommentare!

Du hast keine Zeit, selbst zu nähen, möchtest aber trotzdem einen praktischen Geldbeutel haben? Kein Problem! Hier kommst du zu meinem Etsyshop.

 

Dir gefällt das Projekt? Merk es dir auf Pinterest!

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